Kriminalfälle

Kriminalfälle (7)

Kurz vor dem Tod in Südostasien gelebt - wer kennt diese Frau?

Grausiger Fund vor knapp 31 Jahren

 

 

 

02-Übersichtsaufnahme_1200x, Polizeipräsidium Mittelhessen

Am Dienstag, den 21. Juni 1988 entdeckten Waldarbeiter im Wald bei Rosbach, nahe der BAB 5 im Bereich der Anschlussstelle Friedberg in Fahrtrichtung Frankfurt am Main, in einem Entwässerungsgraben einen skelettierten Leichnam, augenscheinlich war die Leiche nur Wochen zuvor abgelegt worden.

03-Gesicht_450x520,Polizeipräsidium Mittelhessen

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Diese Tage vor der Olympiade in Seoul waren ruhig, ein Anhaltspunkt für die Zeit ist das Tor des Monats von Marco van Basten der niederländischen Nationalmannschaft.
Im April Mai 1988 feierte Otto Rehhagel seine erste und Werder Bremens zweite Deutsche Meisterschaft.

 

 

Im Mai 1988 stellte der ICE V auf der Neubaustrecke zwischen Würzburg und Mottgers (Hessen) mit 406,9 km/h einen neuen Weltrekord auf. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister gönnte sich in diesen Tagen sein Bad im Rhein, jeder erinnert sich an diese Ereignisse.
Wahrscheinlich wurde die Leiche in diesen Wochen in dem Waldstück nahe der Autobahn A5 abgelegt.
Wer kann hierzu sachdienliche Angaben machen?

 

 

Die Auffindesituation deutete zweifelsfrei auf ein Tötungsdelikt hin,erklärt der gemeinsame Bericht der Kripo und der Staatsanwaltschaft in Gießen. Wenn auch die Todesart aufgrund des Verwesungszustandes, während der Obduktion, nicht mehr festgestellt werden konnte.
Es war noch nicht einmal das Geschlecht klar. Man ging davon aus, wie auch der Beitrag zu dem Fall von Rudi Cerne in xy ungelöst zeigte, dass die Unbekannte ein Mann war.
Außer einem Ohrstecker waren keinerlei persönliche Papiere oder Gegenstände, die zur Identifizierung der Leiche hätten führen können, daher konnte auch kein Täter ermittelt werden. Der Fall wurde zu den Akten gelegt.

 

Ohrring_176x176, Polizeipräsidium Mittelhessen

Ohrring_176x176, Polizeipräsidium Mittelhessen

Erst 2017 wurde der Cold Case wieder aufgenommen, mit überraschenden Wendungen.
Zunächst wurde festgestellt, die Leiche war eine Frau, die aus Europa stammte, eine spätere Isotopenanalyse ergab, dass sie im Grenzgebiet, wahrscheinlich in einer Gebirgsregion, zwischen Polen und der Ukraine, von 1953 bis 1963 geboren sein musste. In der Adolenz kam sie in die südliche Alpenregion, zwischen der Schweiz und/oder Norditalien.
Verwunderlicherweise lebte sie bis kurz vor ihrem jähen Tod in Indien oder im südostasiatischen Raum, dort in Meeresnähe. Darauf weisen die durch die Isotopenanalyse festgestellten Rückstände der Nahrung hin. Erst kurz vor ihrem Tod kehrte sie zurück nach Deutschland. Danach wurde noch eine Gesichtsrekonstruktion durch einen Sachverständigen der Hochschule Mittweida in Sachsen gefertigt.

 

Es ist in diesem Zusammenhang müssig zu spekulieren, wie auf sozialen Netzwerken geschehen, ob die Tote vielleicht bei der Bhagwan Sekte des Osho in Poona in Indien gelebt hatte, bevor sie als Touristin wieder nach Deutschland, Europa, kam und nur zufällig in Frankfurt war, als sie ihrem Mörder begegnete.
Zwar stimmen die Entfernung zum Meer und die Zeit des damaligen Sektencamps überein, auch der Ohrstecker erinnert an die Sekte.
Jedoch, man sollte sich nicht auf Indien festlegen.
Spekulationen helfen nicht, nur Fakten.

 

 

Interessanter ist die Überlegung, ob sich eine Klassenkameradin aus Italien oder dem Gebiet der italienischen Schweiz an die Unbekannte erinnern kann.
(Daher erscheint dieser Artikel auch in italienischer Sprache und auch in russischer Sprache, Schaltfläche am unteren Ende der Seite mit den jeweiligen Landesfahnen)

Daraus ergibt sich für die Kripo und Staatsanwaltschaft Giessen folgendes Personenprofil:

Die Tote war,

schlanke Frau im Alter von 25 – 35 Jahren, geboren zwischen 1953 und 1963
hatte mittelbraune, gelockte Haare
und war zuletzt Trägerin eines goldfarbenen Ohrsteckers (siehe Bild)
etwa 1,65 m groß
Schuhgröße: 34-35
17 Zahnfüllungen (überwiegend Silberamalgam)

[04-Zähne-800,Polizeipräsidium Mittelhessen

04-Zähne-800,Polizeipräsidium Mittelhessen

ausgeprägter Vorbiss
Blutgruppe A
aufgewachsen in Gebirgsregionen im südöstlichen Polen oder grenznahen Gebieten der Ukraine
in der Pubertät ggfs. Ortswechsel in südliche Alpenregionen, z. B. Schweiz oder Norditalien
lebte längere Zeit in Indien oder anderen meeresnahen, südasiatischen Regionen
Rückkehr nach Mitteleuropa / Deutschland Mitte 1988
keine Drogenkonsumentin

 

Polizei und Staatsanwaltschaft fragen nun:

Wer kennt die beschriebene Person und kann Angaben zu ihrer Identität machen?

Hinweise bitte an die Polizei in Friedberg,
sachbearbeitende Dienststelle- Polizeipräsidium Mittelhessen
Sachbearbeiter/-in Kripo Friedberg, K 10
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon (06031) 601 - 0

Quelle für die gemeinsame Presseerklärung
Thomas Hauburger, Pressesprecher Staatsanwaltschaft Gießen

 

 

 

 

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Der mysteriöse Tod im Oslo Plaza

 

Wieder eine Unbekannte
Der verstörende Fund einer Leiche im Oslo Plaza, die am Samstag, den 3. Juni 1995, im Zimmer 2805, aufgefunden wurde, schlägt immer höhere Wellen.

Oslo Plaza Radisson Blu Plaza Hotel
Von Photo by John Erling Blad - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, Link

Wer war die Frau, die ihren Namen als Jennifer Fergate angab, wer war der Mann, der sich als Lois Fergate von seiner „Partnerin“ mit auf den Meldezettel eintragen ließ?

Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016

Zimmer 2805 , Polizeifoto Polizei Norwegen

Zimmer 2805 , Polizeifoto Polizei Norwegen

War die junge Frau, die drei Tage nach dem Einchecken unter mysteriösen Umständen durch einen Wachmann des Hotels tot mit einer belgischen Browning in der Hand auf dem Bett des Hotelzimmers aufgefunden wurde, eine Spionin aus dem Jahre zuvor beendeten Kalten Krieg? Eine Dealerin, eine Waffenhändlerin, eine Auftragsmörderin, wie die Presse in Norwegen mutmasste?

An einen Suizid, wie im Jahr 1995, mag niemand mehr glauben. Die Auffindesituation lässt heute erhebliche Zweifel zu.

Beim Auffinden der Leiche wurde nichts Persönliches gefunden, die Adresse auf dem Meldebogen war falsch, kein Autoschlüssel, kein Pass, kein Personalausweis, wieder kein Etikett in der Kleidung. Niemand vermisst die Frau, wie schon zuvor die Isdal - Frau.
Der Name, die Adresse waren falsch.

 

Nun, nach einer Exhumierung und einer Gen-Analyse führt die Spur der angeblichen Belgierin nach Deutschland.
Ging es um Geldwäsche für das ehemalige KoKo Imperium? Die Spur endet in Berlin.
Gab es damals wirklich die Kuriere, die das Vermögen der Staatssicherheit von einem Land ins andere verbrachten. Norwegen war damals ein sicherer Hafen, um Geld zu waschen.
Warum gab die Frau sich als Belgierin aus?
Eine Spur zur Mafia erwies sich als falsch.

Warum vermisst niemand diese Frau? Hatte sie keine sozialen Kontakte oder wurde die Frau, die fließend Deutsch und Englisch sprach, gezielt eingesetzt?

 

Wir werden die Geschichte der "Jennifer" in weiteren Artikel behandeln, die an Spannung nicht zu überbieten sind.
Wer kennt das Gesicht dieser Frau? auch wir leiten mögliche Hinweise an die zuständigen Behörden in Norwegen weiter. Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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Kambomannen - ein weiteres Mysterium aus Norwegen

Weiterer Mord

Eigentlich will man den Gesamtzusammenhang nicht glauben.

Doch, es muss einen dieser Zusammenhänge geben, die eben das Leben oder wie in den vorliegenden Fällen, der Tod schreibt. Parallelen finden sich zu den Fällen der Isdal Frau und der Toten, acht Jahre später (1995), im Plaza Hotel in Oslo.

 

Es war nichts Ungewöhnliches, dass eine Leiche am 22.September 1987, entlang der Bahnlinie nahe Oslo, zwischen Kambo und Moss gefunden wurde. Der Tote war, so ergaben rechtsmedizinische Untersuchungen, von einem Zug überrollt worden.

 

Die Bekleidung des Toten war mutmasslich aus Deutschland. Zunächst waren da die obligatorischen Thrombosestrümpfe, zwei Socken für medizinische Unterstützung mit drei blauen Streifen oben und einer offenen Spitze an den Zehen.

Hertie, KaDeWe, Feinripp-Unterhemd (Elan Body), die typische Schimanski-Jacke der Tage 1987, als der Duisburger Rüpel-Ermittler der Quotenkönig der ARD war.

 

 

Zunächst schien es mysteriös, warum auch aus seiner Kleidung die Etiketten herausgetrennt worden waren. Es war wie bei den bereits oben genannten beiden Todesfällen. Ein Päckchen Zigaretten aus dem damaligen Ostblock, eine fast leere Schachtel Camel, die im Westen für den Osten produziert wurde, fand sich bei der Leiche, wie auch ein Schweizer Taschenmesser, ein rotes Victorinox Swiss Army Taschenmesser des Modells "Climber".
Die Zigaretten könnten in diesem Zusammenhang aus den Beständen des ehemaligen Intershops der DDR stammen. Mephisto-Schuhe aus dem Traditionunternehmen aus Sarrebourg in Frankreich, die auf Qualität und einen unbedingten Zusammenhang zu der Bundesrepublik hinwiesen. Auf dem Etikett des Elan-Unterhemdes fand sich eine "deutsch" geschriebene 1. Die Spur der Second Hand Läden wurde nach und nach verworfen, weil die gesamte Kleidung aus der damaligen Bundesrepublik Deutschland stammte.

 

Berlin, Schoeneberg, Tauentzienstrasse 21-24, KaDeWe

Im Laufe der Ermittlungen spielten erneut Spionage für den Ostblock eine Rolle. Entlang der Bahnlinie gab es einen Tunnel, der in den 1980er Jahren zu einer NATO-Einrichtung auf dem Gylder Hügel in Våler führte. Eine dort liegende Radarstation war ein Teil des so genannten Nike-Systems. Es war ein Raketenabwehrsystem, das Oslo vor einem Raketenangriff aus der Sowjetunion schützen sollte.
Aber auch ein Schiff einer Reederei aus Rendsburg geriet in den Fokus der Ermittlungen. Bizzar wurde der Fall, als der Kapitän sich nicht an den Passagier, der angeblich auf seinem Cargo-Schiff gefahren war, erinnern konnte. Damals war es üblich, dass Passagiere auf Cargo-Schiffen transportiert wurden.

 

 

Der Fall wurde, weil keine Papiere bei dem Toten gefunden wurden, 1990 in Norwegen ins Archiv gelegt.
Erneut jedoch führt der mysteriöse Mord, der zunächst als Suizid eingestuft wurde, in die DDR, nachdem eine Spur in die Schweiz, bei der eine Verwechslung vorlag und die sogenannte "Lkw-Spur" ausschied. Ein Zeuge, der Lkw-Fahrer Roy Sandberg, hatte sich nach Jahren gemeldet, dass die Plane seines Lkw durchschnitten war, als sich die Ereignisse abspielten.

 

Wer kennt diesen etwa 50-60 Jahre alten Mann oder kann sachdienliche Angaben zu dem geschilderten Fall machen? Sachdienliche Angaben auch, gerade aus dem Umfeld der ehemaligen Kunst und Antiquitäten GmbH, die der KoKo unterstellt war. Dabei sind auch Spediteure und Fahrer der ehemaligen VEB Deutrans gemeint, die die Schmuggelware ggf. nach Skandinavien verbrachten. Ist ein Mitarbeiter aus diesem Umfeld in der fraglichen Zeit verschwunden? Auch im Zusammenhang mit der Jauerfood, einer Tarnfirma der GENEX und des DDR Aussenhandels in Kopenhagen?
Kam der Tote aus Berlin?
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Mysteriöser Fund in Kent, 1979 - kam die Frau aus Osteuropa?

Gruseliger Fund vom Sattel aus

Die Geschichte der unbekannten Frau, die in der Grafschaft Kent im Vereinigten Königreich, im Herbst ( 23. Oktober 1979 ) des Jahres 1979, von einer zufällig vorbeikommenden Reiterin gefunden wurde, ist schnell erzählt. Die Tote ging als die Bedgebury Forest Woman in die britische Kriminalgeschichte ein. 

Die Frau wurde in einer beispiellosen Tat ermordet und dann übelst zugerichtet. Die Leiche war unter Ästen versteckt worden. Da die britische Polizei über keinerlei Anhaltspunkte zur Identität der Toten verfügte, wurden im gesamten Königreich und im restlichen Europa Plakate aufgehängt. Es scheint zur damaligen Zeit zu keinem nennenswerten Hinweis gekommen zu sein.

 

Kam die Frau aus Osteuropa?

Sie war in bitterer Armut gefangen und hatte wahrscheinlich das Tor nach England im Hafen von Dover genommen. Der Ausgangspunkt der Tat war wohl die Autobahn, die damals bei Trampern sehr beliebt war. Aber auch diese Spur führte ins Nichts. Es gab Vermutungen, dass die Frau aus dem Norden Englands stammen könnte, auch diese Spur wurde wieder verworfen. 

Ihre Backenzähne waren in einem extrem schlechten Zustand und sie hatte keine sichtbare Zahnbehandlung erfahren. Zum Zeitpunkt ihres Todes war sie zwischen 30 und 35 Jahren alt. 

Jahre später, 1984, wurde der Fall sogar in dem damals sehr populären Partnerformat der deutschen Fahndungssendung XY ungelöst, Crime Watch, bei der BBC behandelt.

 

Die einzige verwertbare Spur für die Fahnder um das damalige Team der Fernseh-Ikone Susan Cook, war ein Kleid, das wohl selbst genäht worden war.

Eine Eierstockschwangerschaft der Toten wurde in der Sendung thematisiert. Sie hatte zuvor schon einmal ein Kind geboren. Wo das Kind war, konnte niemand sagen. 

 

Erst viele Jahre danach wurde publik, dass die Sendung durchaus Erfolg hatte, dass sich jemand gemeldet hatte, der zumindest einen Hinweis auf die unbekannte Tote geben konnte. Augenscheinlich war das Kleid von einer Zuschauerin Jahre zuvor an einen Second Hand Markt gegeben worden. Die weitere Spur konnte die Mordkommission nicht mehr verfolgen, da auch zu viel Zeit vergangen war. Schlicht nichts Handfestes wies auf die Identät der Toten hin.  1999 wurde der Fall nochmals bei Crime Watch behandelt. 

Anfang des Jahrtausends wurde ein ehemaliger Lkw-Fahrer, der auch einräumte, die Tote als Anhalterin mitgenommen zu haben, vor Gericht freigesprochen, die Tat begangen zu haben.

Bis heute ist der Fall ungelöst und einer der mysteriösesten Mordfälle des britischen Königreiches.

Sollte irgendjemand etwas über die Frau wissen, sollte er sich an die 

Kent Police Headquarters, Sutton Road, Maidstone, Kent, ME15 9BZ
 
+441622 690690 wenden. 
 
 

 

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Die Schande Afrikas (Teil 2)

Update 25.09.2019

Rodolfo Claud

Eine Leserin wandte sich an uns, da sie seit einiger Zeit über Facebook mit einem gewissenrodolfoclaud20@gmail.com zu tun hatte. Er entpuppte sich als „Mitarbeiter“ der gleichen Gruppe, die wir schon um das Programm „Alina“ beschrieben hatten. Abidjan liess grüßen. 

 

Rodolfo Claud, der das Konterfei einer bekannten Schauspielers verwandte,  wohnte angeblich in Frankreich, war zum Goldverkauf in die Elfenbeinküste gereist und lag nun im Krankenhaus vor Ort. Eine beliebte Masche der Scam-Mafia von der Elfenbeinküste. Dieser vorgebliche Rodolfo telefonierte über Google Hangouts und erneut whats app mit seinem Opfer. Nun wollte er das Opfer seiner Machenschaften mit der Veröffentlichung von Fotos erpressen. Sie hatte ihm über Western Union Geld in das afrikanische Land überwiesen. 

Man fragt sich, wann die EU und die Afrikanische Union etwas gegen die mafiösen Strukturen unternehmen. Auch die Internetriesen scheinen gegen die afrikanische Mafia hilflos. 

Wir arbeiten im Hintergrund an einem Board, auf dem Opfer ihre Geschichte erzählen können. Auch an diesem Fall bleiben wir dran. Leider antwortete Rodolfo auf Anfrage nicht mehr. 

 

 

Update 19.09.2019 Abgebrühter geht es nicht mehr!

Die brutalen Täter meldeten sich wieder, ohne überhaupt mit der Wimper zu zucken. Sie stalken ihre Ex- Opfer, um Geld zu erpressen. 

Hier eine Skypenachricht von diesem Absender aus der letzten Nacht. Die neue Nummer haben wir eingepflegt. (+225 87 152594)

 

WP 20190919 09 15 54 Rich

 

 

Spuren in die Eifel und in den Kongo

Im Teil 1 wurden die Methoden der Scammer vorgestellt. 

An Brutalität und Menschenverachtung waren die Täter nicht zu überbieten. Das von den afrikanischen Tätergruppen praktizierte Geschäftsmodell beinhaltete zunächst den Betrug und danach die Erpressung. 

Das Verhalten der international agierenden Tätergruppen muss nun schärfste Konsequenzen haben. Sie erfinden gar, wie in dem vorliegenden Fall, den Kontakt zu Hafenmanagern, klonen deren Existenz. Oder Urkunden, Dokumente und Ausweise, um ihre ehemaligen Opfer bis zum Exzess zu verwerten. Das heisst, die Täter organisierten weitere Scammer -Geschichten, in denen sie die dann verfälschten Dokumente vorlegten, um eine Erbschaftsgeschichte zu erfinden. Dabei schrecken sie nicht zurück, Kinder in die Sache hineinzuziehen, die sie als Opfer familiärer Umstände ausgeben.  

 

 

Wer nicht mehr antwortet, wird Tag und Nacht traktiert. Ein Auszug des Chatverkehrs veröffentlichen wir von Veith hier: 

18.04.19, 14:35 - +225 57 59 32 70: Guten Abend, Sir, wie geht es Ihnen gut, hoffe ich! Ich bin Herr HIEN YACOUBA SIÉ Der General Manager von Abidjan Port ist Ihre kleine Freundin ANNE MARIE, die mir Ihre Nummer zur Verfügung stellt, um Ihnen seit gestern zu schreiben Heute morgen ruft sie mich an. Wenn ich Sie kontaktieren kann, dass Sie sauer auf sie sind, und Sie sich weigern, diese Nachrichten zu beantworten, sagt er, schreiben Sie, um besser zu erklären, was wirklich vor sich geht. Sobald Sie diese Nachricht erhalten haben, möchte ich Sie bitten, mir so schnell wie möglich zu antworten. guten tag dir. Herr HIEN YACOUBA SÉ##

Es sollen aus Gram und Scham Menschen, die Opfer dieser Methodik, in den Suizid getrieben worden sein. Die Gesellschaft in Europa schweigt sich aus. Hinter vorgehaltener Hand lachen viele über die Dummheit der Opfer. Aber diesem Druck kann sich fast niemand entziehen. In der Tat, Psychoterror mit Smileys und Stickern. Längst hatte Veith verstanden, was geschah, er konnte sich jedoch nicht aus dem Umfeld lösen, das immer mehr für ihn zur Katastrophe wurde. Die Täter suchten nach Kontrolle. Diese übten sie auch noch nach Abbruch der seltsamen Beziehung aus. Tag und Nacht erwiesen sich die Täter als beste Kenner der Psychoterrors, den sie mit steigender Intension betrieben. Eine gehörige Portion Wut schwang mit, dass das Opfer nun nicht mehr willig war, zu zahlen. 

 

Die Geschichten wurden immer wüster. Eigentlich hätte Veith zu diesem Zeitpunkt schon dämmern müssen, wer da an dem anderen Ende der Leitung saß. Das Handy der angeblichen Liebe verschwand auf mysteriöse Art und Weise.  

Wir versuchten mehrfach mit den E-Mail-Adressen, die uns Veith zur Verfügung gestellt hatte, in Kontakt zu treten, um auch die Geschichte der Täter zu hören. Die afrikanischen Tätergruppen sind straff organisiert und die Spuren führen weiter von Abidjan in den Norden des Landes, nach Bouaké, dort wo der Krieg besondere Spuren in der Elfenbeinküste in Form von unerträglicher Armut hinterließ. Die Jugend des Ortes hat sich mehr oder minder auf den Weg nach Europa gemacht. Dort allerdings in den staubigen Strassen sind die Scammer Helden mit viel Geld, das sich augenscheinlich einfach verdienen ließ. Die Europäer sind die Idioten, die der gierigen Hemmungslosigkeit ausgesetzt werden. Das sagen sie dann auch laut und deutlich ins Telefon. Und dass die Europäer doch glücklich sein sollten, wenn Afrikaner in Afrika bleiben würden, und nicht Asyl suchen würden, aber auch sie wollen ein Stück von dem Kuchen abhaben. 

"17.05.19, 16:53 - 225 67 96 85 39: Schicken Sie mir jetzt das Geld????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

22.05.19, 16:55 - 225 67 96 85 39: Meine Liebe, wie geht es dir? MORANE hat seit gestern nicht mehr gegessen. Er wiederholt mir, dass er seit gestern hungrig ist. Willst du nichts nur für ihn senden?

22.05.19, 17:20 - 225 67 96 85 39: MORANE hat Hunger, du schickst ein bisschen Geld, um ein bisschen zu essen, es ist nur ein kleiner Junge

22.05.19, 17:22 - 225 67 96 85 39: Ich verstehe alles, aber willst du einen einfachen Jungen hungrig lassen??

22.05.19, 17:24 - 225 67 96 85 39: Du kannst also nichts tun, um mir zu helfen, meinen Jungen nur mit 200 € zu füttern, nur mit einem kleinen Betrag

22.05.19, 17:27 - 225 67 96 85 39: Was soll ich MORANE sagen?

22.05.19, 17:28 - 225 67 96 85 39: Also wirst du nichts schicken, um mir und MORANE zu helfen?

22.05.19, 17:29 - 225 67 96 85 39: Ich weiß nicht, was ich tun soll Ich möchte nur kaufen, um unserem Sohn etwas  zu essen zu geben

22.05.19, 17:31 - 225 67 96 85 39: Meine Liebe, was entscheidest du, jetzt gehst du mit 200 €, die wir verbrauchen können, zur gleichen Agentur und machst ein paar Dinge

22.05.19, 21:58 - 225 67 96 85 39: Aber MORANE weint immer noch vor Hunger. Was soll ich tun?

Die Spur einer Telefonnummer führte nach Mechernich in der Eifel. Diese Nummer wurde aus dem Kongo bedient. Asylbewerber sollen in die Taten verwickelt sein, die aus Kinshasa - Kongo in die Bundesrepublik kamen. Es waren die Hintergrundgeräusche des Kölner Hauptbahnhofs zu hören, als eine der vermeintlichen Alinas anrief und die „Liebe ihres Lebens“ sprechen wollte. Die Läufer an der Elfenbeinküste sind Tagelöhner, die mit falschen Papieren vor Ort ausgestattet werden. Diese liefern das Geld bei einer Art Gebietsleiter ab, der das Geld, wie in einer Pyramide weiterreicht. Es trifft in Europa immer wieder den Mittelstand. Die Polizei ist nahezu machtlos, weil die Täter wahrscheinlich aus Belgien, dort aus der ehemaligen kongolesischen Bevölkerung rekrutiert werden. Für die Afrikaner, die vollkommen losgelöst in der europäischen, belgischen Gesellschaft stehen, ist es ein einträgliches Geschäft. Die Drahtzieher sitzen in Goma und Bukavu im Ostkongo und führen ein gutes Leben. Fernab von Recht und Ordnung ist ihnen das Schicksal der Opfer egal. Die Polizei kann nichts machen. Die Drahtzieher sollen sich im Umfeld der noch agierenden Warlords des Ostkongo aufhalten. Von dem Geld werden an der Elfenbeinküste und im Ostkongo Waffen gekauft. So viel zu der Liebe der hässlichen Gruppierungen. In der Tat, es sind Mörder, die das Geld bei Moneygram oder Western Union holen, das aus Europa oder den USA  gesandt wird.

Senden Sie niemals Papiere oder Adressen, schon gar nicht Personalausweis oder Reisepass an die Täter, wenn die Täter auch noch so verbal randalieren, noch so Druck ausüben.

Ihr Personalausweis würde für die Rekrutierung anderer Opfer hemmungslos missbraucht, auf Ihren Namen würden Konten zur Geldwäsche eröffnet, es würden Paypal-Konten eingerichtet und unter Umständen sogar Fracht auf Ihren Namen versandt, die sicher nichts mit legalen Lieferungen zu tun hätte. Oder Männern werden Kinder angedichtet, mittels gefälschter Vaterschaftsurkunden. 

 

 

Veith erstattete Strafanzeige bei dem zuständigen Justizminister an der Elfenbeinküste. Nachdem es ihm gelungen war, die ip-Nummern und auch die Übertragungswege herauszufinden, wollte er zu dem Geschehen nicht länger schweigen. Noch Nächte lang traktierte die angebliche Anne ihn, auch schon während wir mit ihm sprachen. Druck um jeden Euro. 

Man sollte sich nicht täuschen, die afrikanischen Tätergruppen senden, nachdem sie die von den Zahlungsbelegen von den zumeist verwendeten Moneygram oder Western Union kopierten Unterschriften gefälscht haben, in anderen afrikanischen Ländern ahnungslose Frauen zu den Botschaften, um mit einem vorgefassten Einladungsschreiben diese dann nach Europa zu entsenden. Schlepper erfreuen sich dieser Methoden, im Fälschen sind die afrikanischen Tätergruppen einmalig. Die Botschaften können für Touristenvisa nicht jede Einladung überprüfen. Das nützen die Banden aus, die manchmal auch nur Drogenkuriere entsenden. Wenn nichts anderes mehr geht, bedienen diese Täter sich im digitalen Untergrund, um an Papiere zu gelangen. 

Vor dem Kassieren ist nach dem Kassieren

Der afrikanische Kontinent ist augenscheinlich nicht in der Lage, diesem Phänomen, das seit mehr als 20 Jahren existiert, Herr zu werden. Vielleicht will man der Situation auch nicht Herr werden, meint Veith in einem persönlichen Interview. Er hat an die große Liebe geglaubt und überwies das Geld. Tausende. Das Geld wurde überall in Afrika abgehoben, auch in Abidjan, Kinshasa und in Bulawayo in Rhodesien. Dort bedient man sich eines Läufers, der das Geld abholt und eine kleine Provision erhält, wenn er mit einem falschen Pass gefasst wird, kann er nur sagen, dass er ein Kurier war. Meistens aber gehen die Abholer, denen der Code zugetragen wird, selbst mit ihren echten Papieren zum Kassieren des Geldes.

 

Doch, noch funktionierte das Geschäft mit dem kläglichen Zuckerbrot und der Peitsche bestens. Wieder die Aufforderung zu Moneygram zu laufen und aus der Agentur das Geld zu senden.  Eines der Instrumente, innerhalb von Minuten das Geld auf den afrikanischen Kontinent zu transferieren. Moneygram selbst weist auf seinen Überweisungsträgern hin, dass der Kunde selbst die Verantwortung zu übernehmen hätte,falls er Geld nach Afrika übersenden würde. Nach und nach wurde im Juni auch klar, dass die Personen im Rudel über Twitter kamen.  

Der Internetriese gibt sich machtlos.

Ganz am Ende der Recherche erhielten wir eine Kontonummer, die eher Verwirrung als Aufklärung stiftete. Veith schrieb der vermeintlichen Unbekannten, dass er sie angezeigt hatte und ihr noch ein wenig Zeit einräumte, das gesamte Geld an ihn zurückzuzahlen. Dann ging der Psychoterror richtig los. 

Sogar die Redaktion wurde nach Erscheinen des ersten Artikels massiv bedroht.

Teil 3 Spuren in Deutschland, Belgien und im Kongo

Interview mit Veith V. (Name von der Redaktion geändert)

Original der Whats app chats 

Unterlagen der Tätergruppe 

Telefonnummern

Ministerium der Justiz in Abidjan, Elfenbeinküste

Wer das gleiche oder ähnliches erlebt hat, kann sich gerne mit der Redaktion in Verbindung setzen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

 

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Die Schande Afrikas Teil (1)

"Ich bine da

16.06.19, 03:23 - +225 78 62 77 78: ❤❤❤❣❣❣❣❣❣❣❣?????????????????"

Es hat sich eine international tätige Bande über die sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, LinkedIn und weiteren ausgebreitet, die aus Afrika her organisiert operiert. Die Internetriesen sind sehr verschlossen, wenn es um die Aufklärung dessen geht, was in unsagbarer verbaler Brutalität den Opfern angetan wird. Nun aber, nach einer Strafanzeige eines Opfers beim Justizminister des Scammer Paradises Elfenbeinküste, sieht es für die Täter sehr schlecht aus. Leider war zunächst auch von der zuständigen Polizeibehörde in Abidjan keine Stellungnahme zu erhalten. Das änderte sich im Laufe unserer Recherchen. 

Das Konzept ist immer wieder gleich.

 

Falscher französischer Personalausweis der "Anne Marie Giradet"

 

Eine bildhübsche Blondine, der fleischgewordene Männertraum, rekelt sich auf einem Sofa und spielt Prinzessin. Die Fotos entstammen einem Internetaccount auf instagram. Leider antwortet die Person nicht auf Anfragen.

Vielleicht  ist die Blondine schon tot und das, um den Identitätsdiebstahl perfekt zu machen. Tatsächlich verbergen sich hinter den Fotos der hübschen Frau zahllose Afrikaner, die emsig aus den Internetcafés Abidjans an der Elfenbeinküste Liebe säuseln und kassieren. 

Wir sind, als sich Veith V. (Name von der Redaktion geändert) an uns wandte, der Geschichte nachgegangen. Was wir herausfanden, ist kaum zu glauben. Die Politik erscheint ratlos. Es reicht nicht, die Kriminalpolizei in der Elfenbeinküste bei dem Aufbau von Sicherheitsstrukturen zu unterstützen, Millionen an Entwicklungshilfe zu senden, wenn Deutsche zu den hauptsächlichen Opfern dieser mafiösen Struktur werden. Wir haben uns im Laufe der Recherchen entschieden, die Quellen derer wir uns bedienen, offenzulegen. Es handelt sich um die Fotos einer gewissen Gladis Zanier, die wie ein Fantom wirkt.  

 

 

 

Hierbei muss klar werden, was nützt die mühselige Kopie eines Marshall-Plans für die Elfenbeinküste, wenn formiertes Gesindel die Geber regelrecht ausraubt und verhöhnt? 

 

Es ist nicht die nigerianische Mafia, es ist eine eigenständige Gruppierung im Sinne einer kriminellen Vereinigung. 

Da sich die Person auf dem Foto, die in zahlreichen Scammer Foren seit April 2019 unter sage und schreibe 40 verschiedenen Namen geführt wird, nicht wehrt, ist es nicht klar, ob die Person überhaupt noch lebt, die dort abgebildet wird. Es erscheint unter diesen Umständen logisch, dass die Täter die Identität einer Toten angenommen haben. Wobei man bei der Brutalität der Taten davon ausgehen kann, dass sie auch nicht davor zurückschrecken würden, einen Menschen umzubringen, um an eine Identität zu kommen, mit der sie ihr Geschäftsmodell weiterbetreiben können. Das belgische Vermisstenregister gibt dazu keine Auskunft. Eine Anfrage an die Federale Politie wird im 2. Teil dieses Artikels behandelt. 

Die Taten sind von der Absicht geprägt, Menschen, die ausgemachten Opfer,  hemmungslos  in den Tod zu treiben. Dabei kennt die Perversion keine Grenzen. 

 

Die Spuren führen rund um den ganzen Globus. Eine davon nach Lüttich in Belgien. 

 

 

Lüttich by MrsBrown/2019

 

 

 

Diese Täter operieren mit falschen Identitäten, mit denen sie durch das Internet Liebe vorgaukeln, in schlechtem Deutsch oder Englisch und somit Europäer um Millionen prellen - jeden Monat.

Die Politik scheint absolut desinteressiert zu reagieren und wird der Situation nicht mehr Herr.

Wie auch?

Die Elfenbeinküste ist ein sorgenfreies El Dorado für die Romance Scammer geworden. Weitweg von Europa spielen Hass und Gier die größte Rolle in diesem von Korruption und Vetternwirtschaft geprägten System des nie endenden Abzockens, der Erpressung.

In Deutschland Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten, ist sinnfrei. Es ist als würde das Opfer mit Wattebäuschchen Afrika treffen wollen. Sinnvoller erscheint dabei schon der Weg, den Veith V. ging, eine Petition an Abgeordnete der EU zu richten, sich für die bedingungslose Verfolgung der Täter einzusetzen. 

In Abidjan tut man so, als würde man die Scammer nur als eine kleine Gruppe von lästigen Cyberkriminellen sehen. Diese verkaufen die Identitäten ihrer Opfer an das Darknet zur Weiterverwertung. Die Kollegen der ABC (Australia Broadcasting Company) drehten einen beachtlichen Film über die Machenschaften. Nur wenigen Opfern gelingt es, je wieder aus den Mühlen der Erpresser zu kommen.  Es hat sich eine mafiöse Struktur ausgeprägt, die über Jahre gewachsen ist. Ab und zu mal eine Razzia hier oder da. Jeder verdient an den immer sprudelnden Einnahmen des Romance Scammings, darunter der Besitzer des Internetcafés, der lokale Politiker, die Hotels, durch die die Gangster ziehen und viele mehr. Zu sehr sind die korrupten Verflechtungen zwischen afrikanischen Tätern, die sich aus der angeblichen 419-er Scam Mafia aus Nigeria und Ghana rekrutieren. Interessant ist, dass man in bestimmten Foren die Scripte kaufen kann, die die Scammer verwenden. Das geschieht nach der totalen Verwertung des Opfers.  Hier werden auch die Excel Tabellen weitergegeben, die stichpunktartig die Chats aufzeichnen. 

Der ganze Verlauf einer derartigen Bekanntschaft zeigt eine erschreckende Menschenverachtung gegenüber Europäern. Es ist nicht agressives Betteln, sondern der pure Hass auf Europäer, die vermeintlich reich sind, die vermeintlich das Geld auf der Bank haben. Das Opfer lebt in ständiger Furcht, die vorgespielte Liebe entzogen zu bekommen, wenn es nicht zahlt. Dann und wann wird diffus gedroht. 

Aus dem Chat: "??????????

19.06.19, 03:07 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:08 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:11 - +225 78 62 77 78: Sag mir, wenn ich in der gleichen Wohnung wäre, hättest du den Mut, mich einen Tag ohne Essen zu lassen"

Tag und Nacht geht der Terror um ein angeblich hungerndes Kind. Das heulende, mit Tränen überströmte Smiley ist der 1000 fach gesandte Gruß der pervertierten Unmenschlichkeit.

 

In den Armenvierteln der Hauptstadt Abidjan hat sich eine Subkultur gebildet, die Romance Scammer hervorbringt. Es wird mit äußerster Brutalität gegen die ausgemachten Opfer, nach einem durch den google Übersetzer schlecht übertragenen anfänglichen Liebesgesäusel vorgegangen. Es ist Psychoterror bei Tag und bei Nacht in mehreren Schichten und in unterschiedlicher Art und Weise. Es sind immer wieder die gleichen Opfer, die von den Tätern ausgesucht werden. Das einzige, was die afrikanischen Scammer immer wieder tun, ist eine neue Ausrede zu erfinden.

Die Spur führte zunächst in die Gegend von Nivelles in Belgien, von dort aus nach Lüttich, wo die Personen die falsche Identität nahmen. Danach endete die Spur. Eine falsche Identität ist die Grundlage für das Geschäft mit der Liebe aus Afrika. Alles andere sind vorgefertigte Textbausteine, die die Täter verwenden.  Am liebsten aus Deutschland, wenn es später die Kuh zu schlachten gibt, können die Täter nachlegen, Einladungsschreiben fälschen, Fluchtwillige nach Europa senden, die Verwertung der Chancen ist allumfassend und sehr profitabel, weil die Geschleppten dann noch Drogen mitnehmen müssen.

Es gibt eine ganze Branche, die die Geschichten erfindet, auf die leider immer noch Leute hereinfallen. Das Jagdschema der Scammer ist gleich, Mann zwischen 40 und 60 Jahren, den sie eine ganze Zeit lang auf der Timeline der sozialen Netzwerke beobachten. Dann werden Komplimente ausgetauscht für zum Teil dumme Kommentare, für die Mauerblümchen der sozialen Medien, die die Scammer zielsicher finden. Eine kühle blonde Schönheit, dazu ein Kind, das in einer spärlichen Wohnung lebt. Die Bilder hätten Veith sofort zu denken geben müssen. Diese waren in Belgien fotografiert worden. Das ließ sich anhand der Einrichtungsgegenstände und Kleidung später nachvollziehen. Auch die Umgebung war in Europa fotografiert worden. Aber darauf achtete der Liebestrunkene nicht und das lag im Kalkül der Täter. Insoweit zu überzeugen, dass er nur noch dazu da war, um jeden Tag neue Forderungen zu erfüllen.  Immer höhere Beträge überwies er, 1500 Euro, mal tausend. Mal 500, mal 800 Euro, mal 300.  Es reichte nicht. Niemals.

Eine Alina Becker, die eingangs schon erwähnte hübsche Blondine nahm Kontakt zu unserem Opfer Veith V. auf. Wie zufällig im Leben ergab sich die zunächst lose Bekannschaft, in der ein Täter als Türöffner fungierte und den Deal für die Scammer vorbereitete.

Anfang Juli sprach Veith mit unserer Redaktion, nachdem er uns den gesamten Schriftverkehr mit den Scammern zur Verfügung gestellt hatte. Er war gebrochen durch die psychische Brutalität der Chats, die die Scammer kluger Weise direkt von twitter, wo er die „Dame“ kennengelernt hatte, auf Whats App gelenkt hatte. Whats App äußert sich zu solchen Umtrieben auf der Plattform auch nicht.

 

Nun kann man sagen, warum hat Veith den Chat nicht einfach beendet? Niemand kann sich dem entziehen. Einmal in den Fängen der Mafia, kommt man nicht mehr oder nur noch sehr schwer heraus. Die Täter lassen nicht mehr locker, sondern legen nach, so gut es geht. Mehr als 250 Anrufe in zwei Monaten, tausende von SMS, auch in Abwesenheit, machen einen Menschen mürbe. Kaputt. Es ist die Absicht, jeden Cent aus dem verhassten Europäer herauszuziehen. 

"19.06.19, 03:55 - +225 78 62 77 78: ok, also morgen wirst du dich nicht anstrengen, die 350 € zu überweisen, damit wir essen können. Du wirst uns noch im Hunger lassen"

Die ip Nummer der Mails führte nach Abidjan. In einen Vorort, Anyana, dort, wo es Ressorts gibt und eine kleine Gemeinde von Europäern lebt.

 

Adjamé Market

Adjamé Market, Abidjan, 2019, Eva Blue

Soweit konnte der erste Teil der Geschichte durchaus stimmen. Wenn auch vieles nicht schlüssig war, was die angebliche Anne - Marie Giradet vortrug. Der Personalausweis war ebenso falsch, wie ihr Name und ihre sich stetig steigernden Liebesschwüre.  Angeblich war sie Französin, hatte lange in Deutschland gelebt und war Mutter eines Sohnes, der für diesen Fall Morane hiess. Das Bild eines Europäers, der offensichtlich in Belgien oder Nordfrankreich fotografiert wurde, wurde für die Geschichte, die die Scammer sich bereitlegten, missbraucht. Nun werden auch schon Kinder für die pekunäre Kriegsführung benutzt. Dabei wird auch Gott in Bewegung gesetzt. Das Kind wird krank, bricht unter der Dusche zusammen vor Hunger, der Vermieter steht plötzlich vor der Tür, will mehr Geld haben für ein schäbiges Apartment. Dazwischen kleinbürgerliche  und schwülstige Träume von der Zukunft in einem Textbaustein. Die Ware der angeblichen Schönheit wird als nächstes beschlagnahmt, die Schicksalsschläge reihen sich aneinander, selbst die französische Botschaft hilft Landsleuten nicht mehr. Aber es meldet sich bei der mittlerweile obdachlosen Liebe ein Bankmanager, der helfen will, weil der Scheck der Ware gesperrt wurde, kann sie nicht über das Konto verfügen. Bestens gefälschte Kontoauszüge überraschen selbst die SoFin.

 

7c172360 3cc4 4047 b480 d8a4010fd4d7

So hat sie eine weitere Begründung, das aggressive Betteln fortzusetzen. 

"17.05.19, 16:49 - +225 67 96 85 39: Nur eine kleine Summe von 500 €, um MORANE zu füttern, bitte, mein Engel, tu es wegen Gott"

"20.06.19, 00:25 - +225 78 62 77 78: Als ich dich sah, habe ich dich geliebt. Als ich mit dir sprach, wusste ich, dass du der einzige bist, der mein Herz stiehlt, und in der Tat bin ich in deinen Bann gefallen. Ich liebe dich und ich werde dich für immer lieben.❤❣❣❤????❣❤????❤❤???????❤❣??"

Obwohl die Person, die sie vorgibt zu sein, das Opfer nicht kennt, kennen konnte, ging die hässliche Masche auf.  Die Täter besitzen sehr gute Kenntnis von Deutschland. Es ist anzunehmen, dass einer der Schreiber eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Wahrscheinlich kehrte er desillusioniert nach Afrika zurück und verschrieb sich kurz darauf des Romance Scammings. 

"21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ??????

21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ???????"

Niemand ist dumm, der auf diesen emotionalen Druck eingeht. Es geht nur um Geld. Nicht eigentlich um Liebe. Brutale gewissenlose, afrikanische Sklaventreiber vergewaltigen die Seele einen jeden Tag auf das Neue. Das Geld letztendlich fliesst an lokale Warlords, die sich das Leben angenehm gestalten, um wieder einmal einen Putsch zu begehen, der Europa Millionen kostet und wieder einen neuen Marshall-Plan verlangt. Die Staaten scheinen kein Interesse daran zu haben, diesen teuflischen Kreislauf zu durchbrechen. Es ist ein strukturelles Problem. 

 

"18.05.19, 14:14 - +225 67 96 85 39: Bist du auf dem Weg zur Agentur, um das Geld zu schicken?

18.05.19, 14:46 - +225 67 96 85 39: Mein Engel, ich verstehe, aber du musst dich beeilen, wenn ich ein bisschen Essen für MORANE kaufen will. Deshalb möchte ich, dass du schnell zur Agentur gehst und das Geld überweist 

18.05.19, 14:50 - +225 67 96 85 39: Aber dann geht nichts mehr in der Agentur, die ist,  wie Sie sagten dann geschlossen,  gehen und senden Sie das Geld jetzt. Wissen Sie, was passiert, wenn MORANE hungrig ist?

18.05.19, 14:51 - +225 67 96 85 39: Sag mir, dass du unterwegs bist?

18.05.19, 14:53 - +225 67 96 85 39: Ja, meine Liebe, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, mehr zu senden, dann tun Sie dies-

18.05.19, 16:02 - +225 67 96 85 39: Meine Liebe, ich sehe jetzt, vielen Dank, dass du mir hilfst. Ich liebe dich so sehr❤❤??

Quellen:

Interview mit Veith V. (Name von der Redaktion geändert)

Original der Whats app chats 

Unterlagen der Tätergruppe 

Telefonnummern

Ministerium der Justiz in Abidjan, Elfenbeinküste

Wer das gleiche oder ähnliches erlebt hat, kann sich gerne mit der Redaktion in Verbindung setzen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Weiter im 2. Teil

 

 

 

 

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Der schier unglaubliche Windsor Verlag

Update 9.09.2020 Ermittlungsverfahren vorläufig eingestellt

Das Ermittlungsverfahren 590 UJs 3681/18 gegen die beteiligten Mitarbeiter von Windsor wurde durch die Staatsanwaltschaft am Landgericht Köln eingestellt. 

Die Begründung der Staatsanwalschaft ist befremdlich, die Täter hätten nicht ausfindig gemacht werden können. Das trifft die österreichischen Autoren besonders hart.

Eine Spur wäre in Australien versandet. 

Dem ist nicht so, weil die Täter in der Schweiz noch Firmen unterhalten. Es ging um Millionengeldwäsche. Die Urhberrechte sind noch immer nicht geklärt.

Hier zur Erinnerung der Sachverhalt.

 

 

 

Einer der größten Skandale der deutschen Verlags-und Buchbranche entblättert sich

Die lustigen Weiber vom Windsor Verlag

Miriam Ziegler, eine der Autorinnen des Windsor Verlages war ob ihrer 10 Jahre Alter schon recht weise: "Einige können sich in Luft auflösen, andere können Gegenstände verschwinden lassen." Andere ganze Verlage, wie ein Houdini generalstabsmässig, gleich verschwinden lassen. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht in Hamburg und das LKA 55 in der Hansestadt ermitteln unter dem Aktenzeichen  LKA553/1K/0238427/2018 seit Frühjahr 2018.

Wer nicht hören wollte, dass Zuschussverlage nur an den eigenen Vorteil denken, wurde hier eines anderen belehrt. Autoren zahlten tausende Euros für eine Leistung, die sie auch bei BoD (Books on Demand) oder Tredition erhalten hätten,  nur bedeutend günstiger.

Abgesehen von den aggressiven Methoden der Frau Hartmann, war das Gebaren des Windsor Verlages von ungeheurer Gier geprägt. Verlegt wurde alles, wohl aufgehübscht durch die Arbeit durch BoD. BoD alleine ist es zu verdanken, dass die Qualität herausgebracht wurde, die Kunden für viel Geld bei dem Windsor Verlag erkaufen mussten. BoD war in dem Zusammenhang auch Opfer und nicht Mittäter, wie es einige Posts in den sozialen Medien darstellten.

 

 

Schon frühzeitig, 2013, hatte sich Sönke Schulz von Tredition in Hamburg von den Damen des Windsor Verlages losgesagt. Er hatte guten Grund und wohl das richtige Bauchgefühl. Der Windsor Verlag hatte gegen den Vertrag verstoßen und den Hamburger Self-Publishing - Mogul Schulz wohl um Geld betrogen.
Damit wandte er erheblichen Schaden von sich und den Autoren, die betroffen waren, ab. Später, nach dem Verschwinden der Windsors, nahm er die vollkommen verstörten Autoren auf. Eine noble, auch werbewirksame Geste für Tredition.

Die vermeintlichen Angestellten des noblen Vorschussverlages Windsor verschwanden, darunter Monika Hartmann, die selbst als Motivationsstütze für die Autoren ein eher bescheidenes Self-Publishing verlegte.

 

Ein weiteres Buch der Monika Hartmann floppte komplett . So einfach war das doch nicht mit dem Buchschreiben. Das Werk der Monika Hartmann, die wie ein Fotomodell auf den Bildern wirkte, die von ihr veröffentlicht wurden, erschien wie ein schäbiges Plagiat. Dieser Umstand jedoch steht auf einem anderen Blatt.

Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018

Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018

Dafür mussten aber andere die exorbitanten Kosten des Zuschussverlages tragen. Joanne K. Rowling hätte nicht mit Windsor verlegt. Die Werbung der Frau Hartmann implizierte dies.

Laut der Aussagen einiger Autoren verschwanden die Ansprechpartner am 21. März 2018 auf Nimmerwiedersehen. Plötzlich verstummte die sonst auf twitter so omnipräsente, selbstgefällige Darstellung des Windsor Verlages, den man schon hätte als Bot verstehen können.

Die Planung des digitalen Endes der Windsors war ein organisatorisches Meisterstück, das Erfahrung und Talent auf dem Gebiet zeigte.

Es war Zeit, die Situation war kritisch.

Es stand zu vermuten, dass auch andere Druckereien, die Windsor beauftragt hatte, nervös wurden. Durch einen dummen Zufall war wahrscheinlich der ganze schöne Plan aufgeflogen.
Welcher Zufall, bleibt ungewiss.
Wahrscheinlich hing es mit den Abrechnungen zusammen, die von Anbeginn an falsch ausgestellt worden waren. Dafür konnten die nur zögerlich zahlenden e-Book Provider, wie amazon, verantwortlich gehalten werden.
Nein, wahrscheinlich hatte man noch einmal richtig Kasse gemacht. Zahlungen von Autoren aus diesen Tagen gingen auf Banken, die keine Schufa-Anfragen stellten und auf ausländische Kreditinstitute, wie in Wien oder Innsbruck.

Nun war auch Windsor-Mitarbeiter Somes verschwunden, wohin, das weiss bis heute niemand. Angeblich soll er irgendwann im Frühjahr in West-China vom Erdboden verschluckt worden sein. Wo genau, das konnte niemand sagen.
Nachfragen bei chinesischen Behörden ergaben, dass in der Zeit niemand auf diesen Namen in die Volksrepublik eingereist war, vermisst wurde, oder als vermisst gemeldet worden war.

Das Drehbuch der Windsors war zu Ende, kann der Betrachter vermuten.

Nein, weit gefehlt.

Das Abtauchen der Verantwortlichen war von Anfang an geplant. Dazu wurde nach dem ungeplanten Ende mit Tredition, BoD in Norderstedt bei Hamburg für den Druck ausgesucht.

2012 war die Goldgräberstimmung bei den On Demand Druckern noch gestiegen. Seltsam, dass BoD die Unbekannten nicht gesehen hatte oder die Umstände, trotz der räumlichen Nähe zu den Windsors, in Jahren nicht festgestellt hatte, wer sich eigentlich hinter den Windsors verbarg. Was kein Vorwurf an BoD sein sollte, doch sich aus dem Gesamtzusammenhang ergibt.

Der Geschäftsführer Dr. Robertz von BoD konnte sich nicht auf Anfrage daran erinnern. Er wollte sich erkundigen. Leider konnte vor Redaktionsschluss dieser Umstand nicht geklärt werden, er wird in einem Folgeartikel nochmals behandelt. Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch gewesen, wieviele Bücher eigentlich über den Norderstedter Self-Publishing-Riesen im Auftrag von Windsor gedruckt wurden. Und an welche Adresse die Rechnungen des Drucks gegangen waren.

Einige Autoren wunderten sich über diesen Fakt.

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, BoD ist eine innovative Vorschuss-Druckerei und kein Nachrichtendienst, der verpflichtet ist oder war, die Identität der Damen vom Windsor Verlag festzustellen.

Auf den Spuren Phileas Foggs

Die Recherche zu diesem Artikel führte uns Journalisten um die ganze Erde, durch ein Netzwerk von sage und schreibe 32 (!) Schein-und Briefkastenfirmen.

Dabei kann man, nach den Recherchen, von einer international operierenden kriminellen Vereinigung ausgehen, im Sinne des §129 b StGB. Unsere letzte Spur führte bis ins Schweizer Kanton Thurgau, nach Wängi. Dort ist der Wohnsitz der angeblich Verschollenen. Sie sollen sehr munter sein und Frau Evseeva tatsächlich eine russische Herkunft besitzen.

Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018

Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018

Dort, in der Schweiz allerdings war die Jagd nicht zu Ende, dort fing sie eigentlich erst an und führte auf den indischen Subkontinent. Zu einer Telefonnummer, die mit dem Geschehen nicht im kausalen Zusammenhang steht.

Der Verschollene Somes ( richtig heisst er wahrscheinlich Ernest J. Siegert) ist nicht nur eine Schande für alle Verleger, sondern er ist für einen Vermissten noch eher hyperaktiv.

Es ist nicht Somes. Nochmals, Somes gibt es nicht.

Am Ende des Artikel folgt eine Liste von Domains, die der Unbekannte unterhält, der sich Somes nennt. Viele dieser Domains betrieben Eigenwerbung, schon bevor das Projekt Windsor überhaupt losging.

Wer sich von den Autoren mit dem Windsor Verlag intensiver beschäftigte, fand schnell heraus, irgendetwas war faul in Cheyenne - Wyoming.
Zumindest mit dem Verlag. Nebst fehlendem Impressum gab es nur einen Parkplatz an der Stelle, wo eigentlich der Firmenhauptsitz sein sollte. Ein Stück weiter fand man dann doch ein Haus, das zum Objekt der mutmasslichen Täter um Siegert wurde.

Die Hausadresse des Herrn Somes in der Thomes Ave. war nicht gerade ein einladendes Ziel für Verlagstätigkeit. In einem ruhigen Vorort der ehemaligen Stadt der Poststationen, der Banditen, Desperados und der Indianer.

Eben im Wilden Westen.

Dort gibt es auch einen Sheriff und der wusste von nichts. Nun ist es in den USA nicht so einfach, mit einem solchen Delikt wegzukommen, wie bei den Windsors, weil in diesem Zusammenhang noch Geldwäsche und Bandenbildung dazukommen würde. Da das mutmassliche Handeln über Staatsgrenzen hinwegeht und -ging, sind Bundesgesetze gebrochen.

Ein schmuckes Einfamilienhaus auf der 2710 Thomes Ave soll die Adresse der Hauptniederlassung der Windsor Group INC. in Cheyenne Wyoming gewesen sein. Weder das Hauptquartier noch den Verlag hat es dort jemals gegeben.

Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016

Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016

Geschickt eingefädelt

Der Umstand, dass die Stadt Cheyenne in ihrem Handelsregister zahllose Windsor Firmen auflistete, führte letztendlich auf die Spur der mutmasslichen Täter. Obwohl sie mit diesem Kunstgriff die Taten verschleiern wollten.

Da war der Name Windsor Verlag, Eric(k) J. Somes, Glockengießerwall, 20095 Hamburg, schon wohlklingender - zumal die Königin von England nur einen Steinwurf von der Adresse aus vom Balkon des Hamburger Rathauses winkte. Man blieb quasi namenstechnisch unter sich.

 

Leider war dieses Büro in einem Büroservice von ECOS untergebracht. Man könnte vermuten, dass alle, die an dem Verlag beteiligt waren, Heimarbeit ableisteten, nachdem das Haus im letzten Jahr komplett saniert, entkernt, wurde. Auch dem war nicht so. Es war eine Scheinadresse und wahrscheinlich gab es die Mitarbeiterunter diesem Namen nicht. Da blieb die Frage, wer waren die Geschäftspartner, die sich da zu Europas modernstem Verlagshaus zusammengetan hatten, glaubte man der Werbung von Windsor. Schon 2016 wurde einem klugen Kopf klar, dass es nicht weit her war, mit dem Windsor Verlag. Niemand wollte das hören.
Auch der VDV- Vereinigung Deutscher Verlagsagenten gehörte zu dem Netzwerk des Herrn Somes. So wurden hunderte ahnungsloser Autoren geködert, der Schaden ist erheblich höher als vermutet oder angegeben und die Zahl der Geschädigten dürfte nach vorsichtiger Schätzung bei 3-5 .000 liegen. Es gab aber auch durchaus kritische Geister.

 

Es schien eine Sackgasse zu sein. Für einen kurzen Augenblick führte der Weg in einen anderen Inselstaat, ins beschauliche Singapur, wo derartige Verfehlungen wie die der "netten" Windsors in Hamburg noch immer mit reichlich Stockhieben im Gefängnis des Stadtstaates in Südostasien bestraft werden.
Bei uns kam die Frage auf, warum jemand wegen 750 Autoren solch einen Aufwand betrieb.

Kompetenz und Sachverstand gibt in dieser doch recht zweifelhaften Situation die Anwaltskanzlei Baumbach et Collegae, Kaldenkirchener Str. 3, 41063 Mönchengladbach, der zahlreiche der Opfer von Windsor vertritt.

Nächste Folge: Den Fantomen des Windsor Verlages auf der Spur Lustig, Lustig ist es in Panama

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 Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016

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